Croatian Desk

Begleitung deutscher und kroatischer Unternehmen bei ihren Investments im jeweiligen Ausland

Die positiven wirtschaftlichen Entwicklungen, die Nähe zu Deutschland, aber auch als Tor zum Markteintritt zu den übrigen Staaten des ehemaligen Jugoslawiens machen Kroatien zu einem interessanten Investitionsstandort für deutsche Unternehmen.

Wir verstehen Ihre Geschäftspartner in Kroatien, aber auch in Bosnien und Herzegowina sowie in Serbien, kulturell, sprachlich und in Bezug auf ihre Rechtsordnungen. Wir begleiten Ihr Vorhaben daher von Beginn an und unterstützen Sie bei Ihren länderübergreifenden Geschäftsbeziehungen in allen Bereichen des Wirtschafts- und Steuerrechts.

Mit den Chancen einer Ausweitung der wirtschaftlichen Betätigung sind auch Risiken der Internationalisierung verbunden. Gerade am Anfang sollte bei der Aufnahme einer Geschäftstätigkeit in Kroatien der geeigneten Rechtsformwahl die notwendige Aufmerksamkeit geschenkt werden. Spätere Änderungen der Rechtsform erfordern regelmäßig größeren Beratungsaufwand und sind nicht immer ohne steuerliche Belastungen zu erzielen.

Bei der Aufnahme einer geschäftlichen Tätigkeit in Kroatien ist vorab zu klären, welche steuerlichen Konsequenzen unter Berücksichtigung des deutschen sowie des kroatischen Steuerrechts und des zwischen Deutschland und Kroatien geltenden Doppelbesteuerungsabkommens zu erwarten sind.

Wir analysieren gerne für Sie maßgeschneidert die steuerlichen und gesellschaftsrechtlichen Faktoren zur Rechtsformwahl des Unternehmensengagements in Kroatien. Gerne unterstützen wir Sie persönlich und verständlich bei jedem einzelnen Schritt Ihres Vorhabens in Kroatien. Wir prüfen die für Sie erforderlichen Maßnahmen, übernehmen die Erstellung der notwendigen Verträge und sonstigen Dokumente, führen für Sie aber auch die Verhandlungen in Kroatien mit Ihren Vertragspartnern sowie kroatischen Institutionen. Je nach Bedarf können wir auf weitere Rechtsanwälte, Steuerberater und sonstige Experten in Kroatien aus unserem vorhandenen Netzwerk zurückgreifen.

Ihr Ansprechpartner

Der Croatian Desk wird von Herrn Rechtsanwalt Dr. Zoran Domić geleitet.

Herr Dr. Domić war bereits in einem Croatian Desk einer deutschen Großkanzlei tätig und hat dort bei den ersten großen Privatisierungen in Kroatien sowie an weiteren Transaktionen deutscher Unternehmen in Kroatien mitgewirkt. Später hat er das Croatian Desk bei einer mittelständischen deutschen Kanzlei aufgebaut.

Dr. Domić ist sowohl bei der Hanseatischen Rechtsanwaltskammer als auch bei der kroatischen Rechtsanwaltskammer zugelassen.

Profitieren Sie von unserem breiten Beratungsspektrum, unserem großen Netzwerk in Kroatien sowie unseren Erfahrungen in länderübergreifenden Rechtsbeziehungen und Transaktionen.

Vornehmlich begleiten wir deutsche Unternehmen bei Investitionen in Kroatien und kroatische Unternehmen bei ihren Investments in Deutschland.

Kroatische Unternehmen unterstützen wir bei bestehenden Geschäftsbeziehungen, aber vor allem auch in der Anfangsphase beim Aufbau geeigneter Strukturen in Deutschland. Die laufende steuerliche Beratung wird dabei von unseren international erfahrenen Steuerberatern durchgeführt. Ergänzend können wir auch den gesamten Servicebereich der Unternehmen übernehmen, wie etwa Lohn- und Finanzbuchhaltung sowie Inkasso.

Ebenso beraten wir deutsche Unternehmer, die bereits Handelsbeziehungen mit kroatischen Unternehmen pflegen, eventuell die Gründung einer Tochtergesellschaft in Kroatien planen oder lediglich einzelne Projekte in Kroatien umsetzen möchten. Sofern bei unserer Beratung die Unterstützung kroatischer Berater erforderlich sein sollte, beziehen wir gerne unsere bestehenden Kooperationspartner ein, die uns vor Ort unterstützen.

Im Allgemeinen halten wir es für wichtig, dass bei der Aufnahme von grenzüberschreitenden Geschäftsbeziehungen und Aktivitäten von Anfang an die richtige Struktur gewählt wird. Diese Struktur sollte den Anforderungen für das jeweilige Geschäft entsprechen, aber auch dafür sorgen, dass beispielsweise die doppelte Besteuerung vermieden wird. Üblicherweise beraten wir zu den folgenden Themenkomplexen:

Aufnahme einer geschäftlichen Tätigkeit in Kroatien/ Unternehmensgründung in Kroatien

Wir begleiten Sie gerne bei Ihren ersten Schritten der Aufnahme einer geschäftlichen Tätigkeit in Kroatien. Insbesondere beraten wir Sie vollumfänglich bei der Suche nach einer geeigneten Organisationsformwahl, für welche vor allem gesellschaftsrechtliche sowie steuerliche Kriterien entscheidend sind. Bei der Gründung einer Gesellschaft in Kroatien bereiten unsere Rechtsanwälte den Gesellschaftsvertrag sowie sämtliche erforderliche Gründungsdokumente vor und übernehmen die Abstimmung mit dem Notariat. Darüber hinaus stehen Ihnen unsere Rechtsanwälte und sonstigen Experten im Rahmen der Unternehmensgründung unter anderen auch bei arbeits-, franchise-, marken- und mietvertragsrechtlichen Fragen kompetent zur Verfügung.

Auswahl einer geeigneten Organisationsformwahl in Kroatien / kroatisches Gesellschaftsrecht

Das kroatische Gesellschaftsrecht bietet Unternehmern ähnliche Organisationsformen wie auch das deutsche Gesellschaftsrecht. Zum einen kann in Kroatien einfach als Teil des deutschen Unternehmens eine Zweigniederlassung/ Repräsentanz bzw. steuerliche Betriebsstätte begründet werden und zum anderen kann es im Einzelfall sinnvoller sein, eine kroatische Tochtergesellschaft zu gründen.

Beratung bei bereits bestehenden Betriebsstätten/ Tochtergesellschaften in Kroatien bzw. beim Kauf eines bestehenden Unternehmens in Kroatien

Wir betreuen unsere Mandanten nicht nur in ihren Anfängen in Kroatien, sondern beraten sie auch anschließend bei ihren alltäglichen Herausforderungen in ihrem bestehenden Unternehmen. Auch bei größeren Anpassungen, wie etwa der Umwandlung der Gesellschaftsform, leisten unsere Rechtsanwälte und Steuerberater die erforderliche Unterstützung.

Ein möglicher Einstieg Ihres Unternehmens in Kroatien könnte auch über den Kauf eines existierenden kroatischen Unternehmens erfolgen. Unsere Rechtsanwälte und Steuerberater sind auch mit der Durchführung größerer Projekte vertraut und können kurzfristig das zur Prüfung des zu kaufenden Unternehmens sowie den Vertragsverhandlungen erforderliche Team zusammenstellen.

Umwandlung

In bestimmten Situationen sind Anpassungen des Bestehenden unausweichlich. Wir kennen diese Situation aus unserer täglichen Beratungspraxis und können auch für Ihre bestehenden Unternehmen in Kroatien mit unserem Know-How optimale Lösungen für Sie erreichen:

  • Steuerbelastungsanalyse- und –vergleiche
  • Steuerneutrale Änderungen und Anpassungen der Organisationsstruktur
  • Verlustnutzungsstrategien
  • Vorbereitung der Unternehmensnachfolge oder der Veräußerung

„Legal Housekeeping“ bei bestehenden Gesellschaften in Kroatien

Auch bei den kleineren und größeren rechtlichen Themen aus dem Alltagsgeschäft stehen wir Ihnen persönlich zur Seite. Von der Klärung kleinerer rechtlicher Fragen am Telefon bis hin zur Unterstützung bei Auseinandersetzungen zwischen den Gesellschaftern. Mit praktikablen Lösungen helfen wir Ihnen auch in den folgenden Bereichen:

  • Vorbereitung und Begleitung von ordentlichen und außerordentlichen Gesellschafterversammlungen
  • Gesellschafterstreitigkeiten
  • Bestellung und Abberufung von Geschäftsführern
  • Fusionen und Übernahmen
  • Unternehmsauflösung und –liquidation

Unternehmenskauf/ Unternehmensbewertung in Kroatien

Von der Vorbereitung und Durchführung der “Due Dilligence” über die Verhandlungsführung bis hin zum Vollzug eines Unternehmenskaufs in Kroatien stehen Ihnen unsere Experten gerne zur Verfügung. Sämtliche Dokumente und Verträge fertigen wir auf Wunsch zweisprachig an. Darüber unterstützen wir Sie bei der konkreten Bewertung des Zielunternehmens. Wir beraten und begleiten Sie auch bei der Wertfindung im Vorfeld der Transaktionen.

Neben der Wertfindung von Kaufpreisen von Unternehmen und Unternehmensteilen beraten wir Sie gern bei weiteren Bewertungsanlässen wie:

  • Bewertungen bei Wechsel von Gesellschaftern
  • Beurteilung der Werthaltigkeit bei Sacheinlagen
  • Ermittlung von Schiedswerten
  • Bewertung von immateriellen Vermögensgegenständen

Wir führen die Bewertung nach anerkannten Grundsätzen moderner Bewertungsverfahren unter Beachtung von vereinfachenden Multiplikatorverfahren durch und beachten dabei einen dem konkreten Bewertungsanlass angemessenen Auftragsumfang.

Betriebsstätte (Zweigniederlassung, Repräsentanz) in Kroatien/Tochtergesellschaft in Kroatien

Die Betriebsstätte ist ebenso wie im deutschen Recht keine Gesellschaftsform, jedoch ebenfalls eine Möglichkeit, sein Unternehmensengagement in Kroatien zu organisieren.
Der Begriff der Betriebsstätte und die Besteuerung einer kroatischen Betriebsstätte eines ausländischen Unternehmens werden in Art. 4 und 15 des Gewinnsteuergesetzes („Zakon o porezu na dobit“, vergleichbar mit der Körperschaftsteuer, nachfolgend „GewStG“) geregelt.

Nach Art. 4 GewStG bedeutet der Ausdruck „Betriebsstätte“ eine feste Geschäftseinrichtung, durch die die Tätigkeit eines ausländischen Unternehmens ganz oder teilweise in Kroatien ausgeübt wird. Als Beispiele einer Geschäftseinrichtung werden aufgeführt:

  • Ort der Verwaltung (Geschäftsleitung),
  • eine Zweigniederlassung,
  • eine Geschäftsstelle,
  • eine Fabrikationsstätte,
  • eine Werkstätte und
  • ein Bergwerk, ein Öl- oder Gasvorkommen, ein Steinbruch oder eine andere Stätte der Ausbeutung von Bodenschätzen.

Die Besteuerungsgrundlage einer Betriebsstätte bildet nur der Gewinn, der der kroatischen Betriebsstätte zugerechnet werden kann (Art. 15 Abs. 1 GewStG). Entsprechend der Selbständigkeitsfiktion einer Betriebsstätte im deutschen Steuerrecht sowie des Grundsatzes des Fremdvergleiches wird in Art. 15 Abs. 2 GewStG geregelt, dass der Betriebsstätte die Gewinne zugerechnet werden, die sie hätte erzielen können, wenn sie eine gleiche oder ähnliche Tätigkeit unter gleichen oder ähnlichen Bedingungen als selbständiges Unternehmen ausgeübt hätte und im Verkehr mit dem Unternehmen, dessen Betriebsstätte sie ist, völlig unabhängig gewesen wäre.

Eine Handelsgesellschaft, aber auch ein Einzelkaufmann, kann außerhalb ihres/seines Sitzes eine Zweigniederlassung („Podružnica“) eröffnen. Zweigniederlassungen sind keine juristischen Personen, ihre Rechte und Pflichten werden der (Mutter-)Gesellschaft zugerechnet. Im Gegensatz zu inländischen Unternehmen sind ausländische juristische Personen gezwungen, für die Ausübung unternehmerischer Tätigkeiten in Kroatien eine Zweigniederlassung zu gründen.
Die Eröffnung einer Repräsentanz von einer ausländischen Person ist dagegen nur zum Zwecke der Marktforschung, zur Vorbereitung des Abschlusses bestimmter Verträge sowie zu Marketing- und Informationszwecken möglich. Der Betriebsstättenbegriff im Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) mit Kroatien aus dem Jahr 2006 entspricht größtenteils dem Betriebsstättenbegriff nach kroatischem Steuerrecht. Grundsätzlich wendet das DBA die Freistellungsmethode auf ausländische (aktive) Betriebsstätteneinkünfte an.

Im Rahmen dieser Methode wird die Doppelbesteuerung dadurch ausgeglichen, dass im DBA festgelegt wird, welchem der beiden Staaten das volle Besteuerungsrecht zusteht, während der andere Staat sich dazu verpflichtet, die entsprechenden Einkünfte von der Besteuerung freizustellen.

Je nachdem, ob die Betriebsstätte von einer in Deutschland ansässigen natürlichen oder juristischen Person gegründet wird, ergeben sich unterschiedliche ertragsteuerliche Konsequenzen.

Nationales sowie internationales Steuerrecht

Bei jedem Unternehmensengagement ist ein Geflecht aus deutschem und kroatischem Steuerrecht und das zwischen Deutschland und Kroatien bestehende Doppelbesteuerungsabkommen zu berücksichtigen. Unsere Rechtsanwälte und Steuerberater unterstützen Sie auch bei Ihrem Vorhaben in Kroatien bei den folgenden Aspekten der Internationalisierung:

  • Umsatzsteuer bei grenzüberschreitenden Lieferungen und Leistungen zwischen Deutschland und Kroatien
  • Minimierung der Quellensteuerbelastung von Dividenden/Lizenzen/Zinsen aus Kroatien
  • Verrechnungspreissysteme und Verrechnungspreisdokumentation
  • Vermeidung der Doppelbesteuerung und grenzüberschreitende Steueroptimierung
  • Zwischenstaatliche Verständigungsverfahren und APA (Advanced Pricing Agreements)
  • Vermeidung von Wegzugsbesteuerung und Hinzurechnungsbesteuerung

Zu den wichtigsten Steuerarten für Investoren in Kroatien gehören die Einkommensteuer, die Gewinnsteuer (=Körperschaftsteuer), die Mehrwertsteuer, die Grunderwerbsteuer und die Kommunalsteuer.

Eine der deutschen Gewerbesteuer vergleichbare Steuer existiert in Kroatien nicht. Die Kommunen können zusätzlich zur Einkommensteuer einen sogenannten „prirez“ erheben.

Für deutsche Unternehmen, die in Kroatien tätig sind oder es werden möchten, ist die Gewinnsteuer mit einem einheitlichen Steuersatz von 20% von besonderer Bedeutung.

Das Gewinnsteuergesetz unterscheidet begrifflich nach inländischen und ausländischen Steuerpflichtigen. Inländische Steuerpflichtige sind im Sinne der deutschen Steuerterminologie unbeschränkt steuerpflichtig. Hingegen sind ausländische Steuerpflichtige beschränkt steuerpflichtig. Entsprechend dem deutschen Welteinkommensprinzip ist jede Handelsgesellschaft und jede andere juristische Person mit dem gesamten Welteinkommen unbeschränkt gewinnsteuerpflichtig, die eine Tätigkeit mit Gewinnerzielungsabsicht ausübt und ihren Sitz oder ihre Geschäftsleitung in Kroatien hat.

In der Beziehung zwischen der BRD und der Republik Kroatien gilt das Doppelbesteuerungsabkommen („DBA-Kroatien“) vom 6. Februar 2006, das in beiden Staaten am 1. Januar 2007 in Kraft getreten ist. Das DBA-Kroatien entspricht im Wesentlichen dem OECD-Musterabkommen. Entsprechend dem Musterabkommen wird zum Zwecke der Vermeidung der Doppelbesteuerung von Einkünften und von Vermögen von in Kroatien ansässigen Personen in Kroatien, genauso wie bei in Deutschland ansässigen Personen in Deutschland, hauptsächlich die Freistellungsmethode angewandt, Art. 23 DBA-Kroatien.

Dies bedeutet, dass danach das ausländische Einkommen von der Besteuerung im Wohnsitzstaat befreit wird, sodass letztlich nur die Einkommensteuer des Auslandes für die ausländischen Einkünfte verbleibt.

Auch im kroatischen Steuerrecht existieren Bestimmungen zu Verrechnungspreisen, die zwischen verbundenen Unternehmen zu beachten sind. Ebenso wie in Deutschland ist gemäß § 13 des Gewinnsteuergesetzes sowie § 41 des Allgemeinen Steuergesetzes der Fremdvergleichsgrundsatz zu beachten.